Erfolgsmodell Bandscheibenvorfall

Ich liebe Statistik. Daher schlug mein zahlenversessenes Herz höher, als ich in der Zeitschrift DER SPIEGEL folgende statistische Angaben zum Thema Emanzipation in Ost und West fand:

„Auf die Frage »Wo sind die Frauen emanzipierter?« ergab sich ein deutlicher Unterschied: Mehr als zwei Drittel der Ostdeutschen gehen davon aus, dass die Emanzipation im Osten weiter vorangeschritten sei. Das glaubt aber nur ein knappes Drittel der Westdeutschen, während ein Viertel meint, in Westdeutschland sei die Emanzipation weiter als im Osten. Im Osten stimmen dem nur fünf Prozent zu. Von den Befragten unter 35 Jahren glaubt knapp die Hälfte, dass es keine Unterschiede mehr gebe. Ein Drittel von ihnen findet die Frauen im Westen emanzipierter.“

Okay, man darf hier in Mengenlehre keine fünf gehabz haben. Aber was so kompliziert klingt, kann man ganz einfach zusammenfassen: Ich bin jung, mich juckt meine Herkunft nicht, versus ich bin nicht mehr taufrisch, aber da wo ich herkomme, wird es schon richtig gewesen sein.

Nun mag einem das Thema Ost-West-Differenzen, dreißig Jahre nach dem Mauerfall, nicht mehr auf der Seele, allenfalls unter den frisch manikürten Nägeln brennen. Die Diskussion um den aktuellen Stand der Emanzipation in Deutschland jedoch ist so aktuell wie nie.

Schaut man sich die Kalkulation im SPIEGEL genauer an, wird hier dem Klischee der ursprünglich emanzipierten Ostfrau nachgehangen.

Daher geht es auch in dem Artikel folgendermaßen weiter: „Wenn man unter Emanzipation vor allem Berufstätigkeit versteht…“. Nö, tue ich eigentlich nicht, aber die bemerkenswert ungegenderte Überschrift „Erfolgsmodell Ostfrau“ hatte mich neugierig gemacht.  Und ich wurde nicht enttäuscht, denn sogleich durfte ich mich aufregen. Der SPIEGEL behandelt also die Gleichberechtigung der Geschlechter, wie vor dreißig Jahren, nur am Beispiel der Frau, ihrer vollwertigen Eingliederung in die Produktion und anhand der verfügbaren Kinderkrippeplätzen. Wow! Da sind wir ja weit gekommen.

“Arbeiten, Kinder, Haushalt, das hat man einfach so hingekriegt”, gibt eine ehemalige Anlagenfahrerin des Chemiefaserkombinats Schwarza in Thüringen zu Protokoll. Ihr Fazit: “Wir haben uns nie nicht gleichberechtigt gefühlt.”

Ich weiß nicht warum, aber doppelte Verneinung macht mich immer stutzig. Die Mütter und Großmütter in meiner westdeutschen Heimat haben auch auch nie nie Gleichberechtigung an der Berufstätigkeit festgemacht. Sie war vielmehr das Ergebnis einer auf Augenhöhe geführten Partnerschaft – und die war, vor einem Vierteljahrhundert, hüben wie drüben wohl nicht die Regel. Nicht arbeiten zu müssen, war für manche Frauen im Westen ein Luxus, ein erfreuliches Ergebnis des Wohlstands der Wirtschaftswunderjahre und seiner Folgen. Eigentlich ganz rosige Zeiten, denke ich manchmal, wenn ich mich vor Überforderung an den Amazonas wünsche – allein.

Kinderaufzucht und die Pflege des Haushalts galten im Westen so viel wie eine  Büro- oder Labortätigkeit, der vorrangig diejenigen nachgingen, „die es nötig hatten“. Die Frauen, die nicht arbeiten mussten, hatten es im gesellschaftlichen Ansehen „geschafft“.  Ohnehin ließ die Ausbildung der meisten Frauen, die in den vierziger und fünfziger Jahren in Deutschland geboren wurden, häufig nur eine Tätigkeit als Assistentin der Männer zu. Selbstverwirklichung durch Arbeit war damals in beiden Teilen des Landes nicht vorgesehen.

Meine Großmutter bemitleidete mein erstes Kind dafür, dass es mit einem Jahr schon eine Berliner Kinderkrippe im Ostteil der Stadt besuchen musste. Sie verstand nicht, dass ein Dasein als Hausfrau in meiner Lebensplanung (auch an der Seite eines erfolgreichen Schönheitschirurgen, den ich nie näher kennenlernte) keine Option war.

Kinder würden bis zum sechsten Lebensjahr in die Küche zur singenden, backenden Mutter gehören, las ich später bei meinem Lieblingsautor Walter Kempowski. Erst als ich die ausführenden Erläuterungen des teilweise alleinerziehenden Vaters zweier kleiner Kinder genauer studierte, verstand ich, dass sich hinter dieser reaktionär anmutenden Aussage auch eine besondere Wertschätzung der mütterlichen Fürsorge verbarg. Irgendwie rührend.

Eine Erzieherin aus der ehemaligen DDR, die nun in Bayern lebt, sagt im SPIEGEL: „Im Westen gab es viel mehr Frauen, die sich hauptsächlich um Haushalt und Kindererziehung kümmerten und denen Gleichberechtigung herzlich egal war“. Hier seien die Mütter nach der Wende »verbohrt« und »sehr hausfraulich orientiert« gewesen. Kaum ein Kind habe nachmittags den Kindergarten besucht. Die Mütter »brachten ihre Kinder vormittags zum Spielen vorbei«, damit die Kinder Abwechslung hatten.“

War diesen Frauen die Gleichberechtigung egal, weil sie nicht arbeiteten?

Ich weiß es nicht, mein Lebensmodell wäre es nie gewesen. Aber etwas mehr Zeit für meine Kinder hätte ich immer gern gehabt. Ein Acht- bis Zehn-Stundentag im Kindergarten ist für ein kleines Kind Stress. Ich schätze, den Kindern würde ein Vormittag als Abwechslung genügen. Ich erinnere mich noch gut, wie meine älteste Tochter mal wieder auf dem Heimweg von der Kita im Fahrradsitz zusammenklappte und ich sie schlafend, mit zwei vollen Einkaufstüten am Arm, in die Wohnung tragen musste. Ich hab mich häufig am Ende meiner Kräfte gefühlt und heute einen veritablen Bandscheibenschaden.

Für die Autorin Jana Hensel sind die arbeitenden ostdeutschen Frauen  “eine Erfolgsgeschichte”  – eine interessante Formulierung. Erfolg gleich Arbeit?

Doch auch die Frauen in der DDR arbeiteten weitaus seltener in Führungspositionen. Dazu ein Zitat aus dem SPIEGEL: „Wie auch im Westen war die Gesellschaft immer noch paternalistisch geprägt. »Männer haben Politik gemacht und entschieden, wie Frauen zu arbeiten haben.«“ Die Frauen hätten eingekauft, gekocht, die Kinder vom Kindergarten abgeholt – und eben nicht die Männer. Und zur Belohnung gab es einen Haushaltstag, um die Bude zu putzen und Wäsche zu machen. Der wurde allerdings nur den Frauen angeboten. Es gab wohl so viele putzende Ehemänner in der DDR wie Eisbären oder Levis-Jeans.

Die Statistik behauptet, 2019 gibt es mehr erfolgreiche Spitzenmanagerinnen und Ministerinnen aus dem Osten als aus dem Westen. Wieviele davon wieviele Kinder haben wird nicht veraten. Eine Ministerin, die als Mutter von sieben Kindern Europa regiert, kommt aus dem Westen und wird wohl weiterhin eher die Ausnahme bleiben.

Eine Karriere muss man machen dürfen, Kinder muss man sich leisten können. Das Leben ist teuer geworden, ungleich teurer als in der DDR, erst recht mit Kindern. Der wirtschaftliche Zwang zur gemeinsamen Erwerbstätigkeit von jungen Müttern und Vätern ist wohl weniger ein Erfolg als purer Stress. Es ist fast unmöglich, sich nur noch den Kindern und dem Haushalt zu widmen, selbst dann nicht, wenn man sich dazu berufen fühlt. Für ein paar Jahre aus dem Job aussteigen? Eine gefährliche Sache. Und die gleichberechtigten Väter, die sich für den geborenen Hausmann halten, kommen an die gleichen ökonomischen Grenzen. Dass in den neuen Ländern fast vierzig Prozent der Mütter von Kindern unter drei Jahren Vollzeit arbeiten, wird wohl nicht nur emanzipatorische Gründe haben.

Wenn Kinder schon nach wenigen Wochen die Krippe besuchen müssen, Eltern von dem Spagat zwischen Beruf, Haushalt und Kinderaufzucht einen Nervenzusammenbruch bekommen, ist das ein Akt der Gleichberechtigung, nur weil nun beide Elternteile überfordert sind?

Toll, da hat sich ja wirklich was getan in Sachen Gleichberechtigung.

Berufstätigkeit mit Emanzipation gleichzusetzen, ist ein Trugschluss. In meiner Familie gab es eine Menge durchsetzungsfähiger Frauen, die wenigsten verdienten ihr eigenes Geld, aber alle managten die Familie, verwalteten die Finanzen oder stärkten den Familienbetrieb – und sagten den Männern nebenbei noch, wo es langging.

Und umgekehrt kenne ich bis heute ein paar Männer, die an der Seite von gut verdienenden Frauen, eher wenig bis gar nicht arbeiten.

Sie werden als komische Vögel angesehen, vielleicht wirft man ihnen auch Schmarotzertum vor, doch keinem dieser Typen wird nachgesagt, nicht gleichberechtigt zu sein.

Wirklich emanzipiert ist der freie Mensch. Was man unter Freiheit versteht, definiert jede Mensch ganz für sich allein. Nur so viel steht fest: Die Definition von Freiheit im Kapitalismus ist eine komplizierte Denksportaufgabe, die mit Statistik und Mengenlehre nicht zu lösen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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